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Die Stille des Fliegens
Karl Hans Janke trifft Panamarenko und Ziolkowski
Kurator: Peter Lang
Eine Ausstellung im Festspielhaus Hellerau vom 16.12.2003 bis 25.01.2004
Öffnungszeiten: Fr|Sa|So 13-18 Uhr - fon: 0351 / 88 33 810
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Die Ausstellung im Festspielhaus Hellerau zeigt das international einmalige Werk Karl Hans (Joachim) Jankes (1909-1988) zum ersten Mal in Sachsen. Die Präsentation, die einen Blick auf ganz außergewöhnliche Werke, Objekte und Zeichnungen verschafft, wurde von der Europäischen Werkstatt für Kunst und Kultur Hellerau e.V initiiert und ermöglicht.
(In Zusammenarbeit mit dem Künstlerhaus Bethanien Berlin, der TU Dresden und Ronny Van de Velde, Antwerpen und DeWeer Art Gallery, Otegem.
Mit freundlicher Unterstützung von ZMD, Dresden; CAMILE, Visual Communication, Berlin; Scancolor, Leipzig.
Dank an Bert Wrede,
Robert Makolies und Brita Hofmann, Roland Fuhrmann, Axel Moeller,
Markus Wirthmann).
Januar 2004:
Vorträge in der Ausstellung
15. Januar | 19.00 Uhr
Dr.-Ing. Olaf Przybilski, TU Dresden
Raketen - Euphoriker und Realisten
Ein Vortrag zur Entwicklung der Raketentechnologie
22. Januar | 19.00 Uhr
Prof. Dr.-Ing. Roger Grundmann, TU Dresden
Gehirn/ Forschung
Ein Vortrag eines Physikers zur Gehirnforschung in Verbindung zur Technikentwicklung
22. Januar | 20.00 Uhr
Prof. Stefanos Fasoulas, TU Dresden
Träume der Raketentechnologie
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Nachdem die Arbeiten im internationalen Künstlerhaus Bethanien Berlin und auf der Göteborg Biennale in Schweden (beides Juli 2003) vorgestellt wurden, ist das Festspielhaus, schon immer Ort der Begegnung mit Neuem und Fremdem, ein hervorragender Platz für dieses Ereignis.
Zusammen mit dem Werk Jankes werden Skulpturen und Zeichnungen des international anerkannten belgischen Künstlers Panamarenko sowie Bücher zum Schaffen des grandiosen russischen Raketenpioniers Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski (1857-1935) und Editionen des in der DDR erschienenen ungewöhnlichen Komiks Das Mosaik (1955-1975) präsentiert.
150 Zeichnungen, Objekte und Skulpturen, großformatige schematische Ausdrucke, Projektionen und Interviews sind zu sehen und zu hören. Kataloge, Filme und Komiks zum Sehen und zum Blättern ergänzen die Schau.
Der Berliner Komponist Bert Wrede begleitet dieses Kunst-Projekt im zentralen Festraum mit einer zur Ausstellung geschaffenen Klangkomposition.
Als besondere Ergänzung der Ausstellung zeigen wir einige ausgewählte Objekte aus der Lehrsammlung Raketentechnik im Sächsischen Verein für historisches Fluggerät e.V. - weitere Informationen dazu finden sie unter:
http://www.raketenspezialisten.de/
http://www.fluggeraet.de/
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Karl Hans (Joachim) Janke wurde 1909 in Kolberg/ Pommern geboren, doch die meiste Zeit seines Lebens verbrachte er in der Psychiatrie des Krankenhauses Wermsdorf auf Schloß Hubertusburg in Sachsen. Die Diagnose des Arztes lautete "chronisch paranoide Schizophrenie", das Symptom seiner Erkrankung sei "wahnhaftes Erfinden". Diese Obsession verlieh ihm eine ungeheure Energie, mit der er von 1948 bis zu seinem Tode 1988 ein facettenreiches und zugleich stringentes Werk schuf.
Janke, dem technischen Zukunftsglauben seiner Zeit verhaftet, verstand sich als Erfinder, Ingenieur und Künstler und hinterließ mehr als 2500 Zeichnungen von Flugmobilen, nuklear betriebenen Raumschiffen, Energieakkumulatoren, Motoren und komplizierten Triebwerken. Er insistierte auf die Anerkennung seiner Ideen und führte dazu einen umfangreichen Briefwechsel mit Institutionen, Betrieben und Ärzten. Nicht zuletzt begriff sich Janke als Originalgenie und formulierte eigene Theorien zur Geschichte des Weltalls, erfand ein kosmologisches Modell, entdeckte als regenerierbare Energiequelle die Raumelektriziät.
Jankes Werk ist vollkommen singulär. In seiner inneren Struktur geht es bedeutend über den Rahmen der Kunst hinaus. Man darf mit Jan Hoet, dem Chef der Dokumenta IX., sagen: Es ist das Werk eines der Anderen. Panamarenko und Janke machen Vorschläge, wie Individualität in einer Welt aussehen kann, die mehr und mehr kollektiv denkt. # |
Panamarenko als Mitglied der erlesenen Schar global agierender zeitgenössischer Künstler thematisiert seit den 60er Jahren den Wunsch des Fliegens, technische Hybris und die Distanz und Faszination des Künstlers als Homo Ludens zu der Welt der Ingenieure. Er baut Luftschiffe, Flugmaschinen, beschäftigt sich seit einiger Zeit mit dem Urbild des Archaeopterix und magnetischen Feldtheorien. Panamarenko erfindet unentwegt und endlos und erzeugt Poesie. Eines seiner Motto ist: alles lernen alles können alles tun. #
Der russische Erfinder und Mathematiker K.E. Ziolkowski lebte in der Provinz als Dorfschullehrer, war lange als verrückt verkannt und erfand vollkommen unabhängig und autodidaktisch die mathematischen Modelle der Mehrstufenrakete und stellte Axiome zur interstellaren Raumfahrt auf. # |
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| Die Ausstellung verdeutlicht die sanften Übergänge zwischen wissenschaftlicher Genialität, Kunst und Wahnsinn. Sie führt an den Rand des heute Erklärbaren und verweist auf die Zukunft. Janke, Panamarenko und Ziolkowski belegen mit ihren Werken die unerschöpfliche Dimension des Schöpferischen. # |
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Ansprechpartner:
Peter Lang
Künstlerhaus Bethanien
Mariannenplatz 2
10997 Berlin
fon: 030-616 90 321
fax: 030-616 90 330
funk: 0178-36 43 105 |
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